Konzept in Entwicklung · keine zugelassene Medizinanwendung

Gehtraining bei pAVK – ärztlich geführt, im Alltag dokumentiert.

Schrittit ist ein Versorgungskonzept, mit dem strukturiertes Gehtraining vom Behandlungskontakt in den Alltag übertragen und anschließend stufenweise wissenschaftlich geprüft werden soll.

Direkt im Browser, ohne Anmeldung, mit erfundenen Daten. Vorgestellt auf dem DGG-Jahreskongress 2026.

Patientenansicht während eines Gehabschnitts: großer Meterzähler und die Schaltfläche „Schmerz beginnt“.
Konzeptdemo mit erfundenen Daten und simulierter Strecke.

Klinische Ausgangslage

Gehtraining wirkt. Die Frage ist, wie es im Alltag bleibt.

≈ 4,5 Mio.

Erwachsene mit pAVK in Deutschland – gerundete Schätzung des G-BA, keine Registerzählung.

3 × / Woche

30 bis 60 Minuten über mindestens drei Monate – der Trainingsrahmen der S3-Leitlinie (Empfehlung 4.29).

d 0,26 → 0,19

Effektstärke von pAVK-TeGeCoach nach 12 und 24 Monaten: weiterhin signifikant, aber abnehmend.

Strukturiertes Gehtraining gehört bei symptomatischer pAVK mit Claudicatio intermittens zur Basisbehandlung. Die aktuelle S3-Leitlinie hält zugleich fest, dass spezifische Gefäßsportgruppen nicht flächendeckend verfügbar sind.

Programme wie pAVK-TeGeCoach zeigen, dass strukturierte Begleitung wirkt. Nach 24 Monaten war der Unterschied noch messbar, aber kleiner; klinische Relevanz belegen die Autoren nur für den Zwölf-Monats-Zeitpunkt. Die offene Versorgungsfrage lautet deshalb nicht nur, wie ärztliche Empfehlungen in den Alltag gelangen – sondern wie sie dort bleiben.

Leitlinienanker

AWMF-S3-Leitlinie pAVK, Empfehlung 4.23

„Strukturiertes Gehtraining unter qualifizierter Anleitung ist wirksamer als unstrukturiertes Gehtraining und soll allen Patientinnen und Patienten mit Claudicatio als Bestandteil der Basisbehandlung angeboten werden.“

Empfehlungsgrad A · Evidenzlevel 1 · starker Konsens

Wenn überwachtes Gehtraining nicht möglich ist, sollte laut Leitlinie häusliches Bewegungstraining mit Zielvorgaben und engem Monitoring erwogen werden (Empfehlung 4.25). Die Leitlinie empfiehlt strukturiertes Gehtraining – nicht Schrittit und nicht eine bestimmte App.

Digitale Erreichbarkeit

Digital heißt nicht jung.

70,6 %

der Befragten mit Claudicatio besaßen ein Smartphone.

70 Jahre

Medianalter der Befragten mit Claudicatio.

23,8 %

der Smartphone-Besitzenden mit Claudicatio brauchten regelmäßig Hilfe bei der Bedienung.

Grundlage ist eine Befragung von 326 stationär behandelten Menschen mit symptomatischer pAVK an 13 deutschen Kliniken (Alushi et al., 2022). Die Stichprobe stammt aus dem Krankenhaus und ist nicht bevölkerungsrepräsentativ.

Sie zeigt aber das entscheidende Spannungsfeld: Digitale Erreichbarkeit ist vorhanden, sichere Bedienbarkeit darf trotzdem nicht vorausgesetzt werden. Deshalb ist die Patienten-App bewusst einfach gehalten, und Verständnis sowie kritische Bedienfehler stehen am Anfang der Evaluation.

Das Konzept

Zwei getrennte Zugänge, eine Behandlungsbeziehung.

Schrittit bindet das Heimtraining an die ohnehin fortbestehende Behandlung: Die Praxis legt den Rahmen fest, die Patientin oder der Patient dokumentiert, die Praxis ordnet ein.

Praxisportal

Die Praxis legt Trainingsplan und Pausenregel manuell fest und gibt den Trainingszugang bewusst frei oder sperrt ihn.

Patienten-App

Große Schrift, eine Hauptaktion pro Bildschirm. Dokumentiert werden Gehabschnitte, Schmerzbeginn und der vereinbarte Pausenpunkt.

Ärztliche Einordnung

Der Heimverlauf erscheint im Portal und wird beim nächsten Kontakt medizinisch eingeordnet – ohne automatische Bewertung.

Das Besondere: zwei Druckpunkte pro Gehabschnitt

  1. 1
    Schmerzbeginn

    Einmal drücken, wenn der bekannte belastungsabhängige Beinschmerz beginnt – und weitergehen.

  2. 2
    Vereinbarter Pausenpunkt

    Ein zweites Mal drücken am individuell mit der Praxis vereinbarten Pausenpunkt. Maximaler oder unerträglicher Schmerz ist ausdrücklich nicht das Ziel.

So entstehen zwei Heimwerte: die Strecke bis zum Schmerzbeginn und die Strecke bis zur Pause. Ob daraus ein klinisch verwertbarer Zusatznutzen entsteht, ist eine offene Frage, die geprüft werden muss.

Die zwei Druckpunkte selbst ausprobieren

Vorgeschlagener Versorgungspfad

Vom Behandlungskontakt in den Alltag.

  1. 01

    Klinischer Kontakt

    Stationärer Aufenthalt oder ambulanter Gefäßtermin nach abgeschlossener Akutbehandlung.

  2. 02

    Prüfen und festlegen

    Stadium und Eignung werden ärztlich geprüft, Trainingsrahmen und Pausenregel festgelegt.

  3. 03

    Einweisung

    Angeleitete Einweisung vor Entlassung oder Trainingsbeginn.

  4. 04

    Dokumentieren und einordnen

    Häusliche Trainingsdaten werden dokumentiert und beim nächsten Kontakt ärztlich eingeordnet.

Der Versorgungspfad ist eine eigene Konzeptidee und keine Leitlinienempfehlung für eine App. Bei akuter Ischämie, Wunden oder reduziertem Allgemeinzustand ist schmerzinduziertes Heimtraining in diesem Ablauf nicht vorgesehen.

Einblick in den Konzeptdemonstrator

So sieht es aus.

Alle Personen und Werte sind erfunden, die Strecke ist simuliert.

Ärztliches Praxisportal im Bereich Überblick mit Wochenverlauf, dokumentierten Einheiten und Zugangsstatus.
Praxisportal – Heimverlauf, Schmerzangaben, Trainingsplan und Freigabe

Konzeptdemo

Probieren Sie es selbst aus.

Die Demo läuft direkt im Browser, am besten auf dem Smartphone. Sie brauchen keine Anmeldung, und es gibt nur erfundene Beispielprofile.

  1. 1

    Sofort ausprobieren

    Ein bereits freigegebenes Beispielprofil – direkt eine Trainingseinheit mit beiden Druckpunkten und der Schmerzerfassung durchgehen.

  2. 2

    Patient neu anlegen

    Den vollständigen Weg erleben: Profil anlegen, Freigabe im Praxisportal erteilen, dann erst trainieren.

  3. 3

    Praxisportal öffnen

    Die ärztliche Sicht: Verlauf, Schmerzangaben, Trainingsplan und Zugangsentscheidung.

Konzeptdemo starten

Konzeptdemo – keine medizinische Anwendung. Strecken sind simuliert. Bitte keine echten Namen oder Gesundheitsdaten eingeben; Eingaben bleiben nur in Ihrem Browser-Tab und werden nicht übertragen.

Für wen – und wofür nicht

Klar begrenzt, ärztlich geführt.

Vorgesehen für

  • stabile pAVK im Stadium II nach Fontaine
  • nach ärztlicher Prüfung und Freigabe
  • eine ältere Zielgruppe: große Schrift, hohe Kontraste, wenige große Bedienelemente, optionale Sprachausgabe

Bewusst ausgeschlossen

  • Diagnosen und automatische Therapieanpassung
  • Warnungen, Alarme und Chat
  • Ersatz für standardisierte Diagnostik wie ABI oder Laufbandtest
  • Fontaine III und IV – hier ist umgehend eine ärztliche Beurteilung nötig

Klinisches Evaluationsdesign

Erst prüfen, dann behaupten.

Der Demonstrator formuliert eine prüfbare Hypothese. Er ist kein Wirksamkeitsnachweis.

  1. Stufe 1

    Usability und Anwendungssicherheit

    Aufgabenerfolg, kritische Bedienfehler, Verständnis und Abbruchgründe.

  2. Stufe 2

    Messqualität

    Vergleich der Heimwerte mit standardisierten Geh- oder Laufbandtests und Referenzmessungen.

  3. Stufe 3

    Prospektive Machbarkeit

    Rekrutierung, tatsächliche Nutzung, Adhärenz, Datenvollständigkeit und unerwünschte Ereignisse.

  4. Stufe 4

    Kontrollierte Wirksamkeitsprüfung

    Erst danach: funktionelle und patientenberichtete Endpunkte, Adhärenz und Sicherheit.

Wichtige Vorarbeit ist TrackPAD: In einer randomisierten Pilotstudie mit 39 Personen zeigte sich nach drei Monaten eine deutlich bessere Sechs-Minuten-Gehstrecke. Sie ist Maßstab für die eigenen Endpunkte, ersetzt aber nicht die Prüfung dieses ärztlich geführten Prozesses.

Team

Klinik und Technik zusammen.

Nadine Slipac

Physician Assistant, B.Sc.

Klinisches Konzept, medizinische Inhalte und Evaluationsdesign.

Jozo Slipac

Slipac Systems

Technische Umsetzung, Konzeptdemonstrator und Datenschutz durch Technikgestaltung.

Sie haben selbst pAVK?

Schrittit ist noch nicht verfügbar – es gibt keine App zum Herunterladen. Sprechen Sie über Gehtraining bitte mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt. Über dieses Formular können wir keine medizinische Beratung geben.

Kontakt

Interesse an Zusammenarbeit oder Evaluation?

Wir freuen uns über Rückmeldungen aus Klinik, Praxis, Forschung und Versorgung – etwa zu Usability-Tests, Studienkooperation oder fachlichen Einwänden.

Noch nicht ausprobiert? Zur Konzeptdemo

Bitte senden Sie keine Gesundheitsdaten und keine Angaben zu Patientinnen oder Patienten.

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